Feh­ler­kul­tur und Vi­deo­re­fle­xi­on an Mu­sik­hoch­schu­len

Das For­schungs­pro­jekt in­ner­halb des Pro­jek­tes Di­gi­tal Class­room be­fasst sich mit dem Ler­nen aus Feh­lern in Ver­bin­dung mit der Me­tho­de Vi­deo­re­fle­xi­on und –an­no­ta­ti­on im Or­ches­ter­lei­tungs­un­ter­richt. Das Ziel die­ser Ar­beit ist, ei­nen Ein­fluss die­ser Me­tho­de mit­hil­fe ei­nes An­no­ta­ti­ons­pro­gram­mes auf das Ler­nen aus Feh­lern nach­zu­wei­sen. Dar­aus sol­len kon­kre­te Hand­lungs­emp­feh­lun­gen für die Ver­wen­dung des For­ma­tes Vi­deo be­zo­gen auf ei­nen feh­ler­freund­li­chen Un­ter­richt ab­ge­lei­tet wer­den. Im Vor­der­grund steht da­bei, ne­ben der Wei­ter­ent­wick­lung der Leh­re und des Ler­nens be­zo­gen auf Feh­lern, auch das Me­di­um Vi­deo selbst. Kon­kret soll das For­schungs­pro­jekt dazu bei­tra­gen, an­de­re Lern- und Lehr­kon­zep­te an der HfMDK zu eta­blie­ren, die zur Wei­ter­ent­wick­lung ei­nes ef­fek­ti­ve­ren und er­folg­rei­che­ren Ler­nens und Leh­rens füh­ren kön­nen.

Screenshot aus dem Annotationsprogramm Piecemaker
Abb. 1: Screenshot eines Annotationsprozesses mit dem Piecemaker-Videoplayer(Photo: Natascha Honsowitz)

Vi­deo­re­fle­xi­on stellt eine Me­tho­de dar, um aus­ge­wähl­te Si­tua­tio­nen, be­stimm­te Ab­läu­fe, Hand­lun­gen oder Struk­tu­ren zu ana­ly­sie­ren. Die­ser Pro­zess läuft meist zy­klisch ab: Eine be­stimm­te Si­tua­ti­on wird per Vi­deo auf­ge­nom­men, an­ge­schaut und z. B. durch ei­nen Re­fle­xi­ons­im­puls be­ar­bei­tet. An­schlie­ßend wer­den die dar­aus ge­won­nen Er­kennt­nis­se in künf­ti­ge Hand­lun­gen in­te­griert und der Zy­klus be­ginnt er­neut. Ziel ist es, u. a. den Pro­zess der Re­fle­xi­on und der Wahr­neh­mung zu schu­len. Ein An­no­ta­ti­ons­pro­gramm kann die­sen Pro­zess un­ter­stüt­zen. Es ist ein Tool, mit des­sen Hil­fe Kom­men­ta­re in­ner­halb des Vi­de­os ein­ge­bet­tet wer­den kön­nen. Dazu wird eine Vi­deo­auf­nah­me in das Pro­gramm hoch­ge­la­den und im in­te­grier­ten Vi­deo­play­er be­ar­bei­tet. An­hand von Zeit­mar­ken wer­den die Kom­men­ta­re mit den ent­spre­chen­den Stel­len im Vi­deo ver­knüpft (sie­he Abb. 1). Die Kom­men­tie­rung kann ganz frei ge­sche­hen oder durch eine Auf­ga­ben­stel­lung bzw. ei­nem Re­fle­xi­ons­im­puls un­ter­stützt wer­den. Eine in­ten­si­ve­re Be­schäf­ti­gung mit der auf­ge­nom­me­nen Si­tua­ti­on und den ab­ge­bil­de­ten Hand­lun­gen kann da­durch er­mög­licht wer­den. 

In­ner­halb des For­schungs­pro­jek­tes wird Pie­ce­ma­ker als An­no­ta­ti­ons­pro­gramm ver­wen­det. Not­wen­dig für des­sen Nut­zung sind ein Com­pu­ter mit In­ter­net­ver­bin­dung, min­des­tens eine Smart­pho­ne-Ka­me­ra, ein per­sön­li­cher Zu­gang zum An­no­ta­ti­ons­pro­gramm bzw. Web­sys­tem Pie­ce­ma­ker und eine Vi­deo­auf­nah­me ei­ner Un­ter­richts- oder Übe­si­tua­ti­on. Ne­ben der Ein­bin­dung in das For­schungs­pro­jekt kann die­ses Pro­gramm auch in an­de­ren Be­rei­chen der Hoch­schu­le ein­ge­setzt wer­den. Es ist ein ein­fach zu hand­ha­ben­des An­no­ta­ti­ons­pro­gramm, was viel­sei­tig so­wohl in Ein­zel­un­ter­rich­ten als auch in Grup­pen­un­ter­rich­ten in­te­griert wer­den kann.

  • Ab­bil­dung 1 Vi­deo­quel­le: cvn­rw (07.05.2020). Das Di­ri­gat – Non­ver­ba­le Kom­mu­ni­ka­ti­on / Do­zent: Prof. Fritz ter Wey. [Vi­deo]. You­Tube. URL: https://www.you­tube.com/watch?v=CJnN­WM4c-ME (Zu­griff: 15.07.2021).

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