Kategorien des Erfolgs im Tanz
Wie definiert sich Erfolg im Tanz?
Wie schlagen sich implizit und explizit Kriterien des Erfolgs im Curriculum sowie der Studien- und Prüfungsordnung der HfMDK-Tanzabteilung nieder? Was sind Verbindungen zwischen Herausforderung und Erfolg, sowohl physisch als auch mental? Wie geht man als Lehrende*r mit eigenen und projizierten Vorstellungen von Herausforderung und Erfolg um? Welche Vorstellungen und Narrative von „Erfolg“ haben Studierende, Lehrende und Repräsentant*innen des Berufsfelds? Wie kann es gelingen, autoritäre Lehrmethoden aufzugeben und trotzdem eine „high level artistic personality from students“ zu kultivieren, wie es auf dem Symposium zur zeitgemäßen Tanzpädagogik in München im November 2022 mehrfach gefordert wurde?
Der Begriff „Erfolg“ ist im Studienprogramm des BAtanz nicht genau definiert. Trotzdem übernimmt er eine zentrale Stelle im Diskurs, insofern sich das Studium implizit um diesen Begriff herum organisiert. Individuelle Bedürfnisse, Herausforderungen und Fortschritte werden in Relation zu „Erfolg“ definiert, wobei vielen klar zu sein scheint, was damit gemeint ist. Katelyn Skelley und Katja Schneider untersuchen diese Narrative des Erfolgs.
Vorhaben
In ihrem Forschungsprojekt widmen sie sich der Identifizierung von Kategorien des Erfolgs bzw. value systems of success. Sie verstehen „Erfolg“ als relationalen Begriff, dessen Definition für den Tanz bislang nicht klar konturiert wurde. So interessieren sie die Episteme von „Erfolg“, deren Narrative bzw. Diskurse. Die Untersuchung und Aufbereitung der zentralen Frage „Aus welchen Perspektiven und Inhalten speist sich der Diskurs um Erfolg?“ soll Materialien und Überlegungen für eine neue Diskussion um „Erfolg im Tanz“ bereitstellen, die an der HfMDK zu führen wäre.
Umsetzung
In diesem Projekt geht es darum, erste Zugänge aus unterschiedlichen Perspektiven (praktisch wie theoretisch) zu ermöglichen und Material zu generieren, das dann diskutiert und weiter aufbereitet werden kann.
Es werden hierfür Interviews mit sechs bis acht Repräsentant*innen des Felds geführt, zu denen Direktor*innen und Trainingsleiter*innen von Theatern und Kompanien dazugehören. Außerdem werden moderierte Gesprächsrunden mit Studierenden des BAtanz zur Identifizierung von „Erfolgs“-Vorstellungen aus studentischer Sicht geleitet, ethnoautographische Aufzeichnungen der Lehrenden einbezogen und Medien analysiert, etwa filmische Darstellungen von Tanzausbildungen und hochkompetitiven Systemen wie Wettbewerbe und deren Wert-Norm-Systeme.
Präsentation und Ergebnisse
Die ersten Ergebnisse dieses Forschungsprojekts wurden beim Tag der Forschung 2023 an der HfMDK vorgestellt. Katja Schneider präsentierte ein Paper zu dem Thema bei der EASTAP Conference 2024 am Institute of the Arts Barcelona in Sitges (28.10. bis 02.11.). Weitere Entwicklungen zu diesem Forschungsthema werden fortwährend aktualisiert.