ARD-Musikwettbewerb: Kritik an radikalen Kürzungsplänen

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Der Etat des renommierten ARD-Musikwettbewerbs soll um bis zu 50 Prozent gekürzt werden. Die in der RKM organisierten Musikhochschulen kritisieren diese Pläne scharf. Prof. Oliver Kern, selbst ARD-Preisträger, unterstreicht die hohe Bedeutung, die der Wettbewerb für künstlerische Karrieren hat.

» Seit meiner Kindheit habe ich den ARD-Musikwettbewerb verfolgt, er war immer von zentraler Strahlkraft in meinem Leben. Selbst 1999 als Gewinner aus diesem renommierten Wettbewerbes hervorgehen zu dürfen, war ein Traum für mich. Ein Traum, der mir in meinem künstlerischem Fortkommen, natürlich verbunden mit harter Arbeit, viel ermöglicht hat. Dass dieser kulturelle Ankerpunkt nun beschnitten werden soll, macht mich bestürzt. Gerade in diesen so turbulenten Zeiten hat sich doch eigentlich bestätigt, von welch fundamentaler Bedeutung Kulturveranstaltungen sind. Dem Leuchtturm ARD-Musikwettbewerb die Lampen auszudrehen, würde für mich und für viele andere einen weiteren Schritt in die kulturelle und menschliche Dunkelheit bedeuten. «Prof. Oliver Kern, Professor für Klavier an der HfMDK Frankfurt
Porträt von Oliver Kern im Unterrichtsraum vor zwei Klavieren

Pressemitteilung der RKM (Rektorenkonferenz der deutschen Musikhochschulen)

Die deutschen Musikhochschulen sind entsetzt über die angekündigten radikalen Kürzungen beim international renommierten ARD-Musikwettbewerb. „Die Pläne der ARD-Intendant*innen, die Finanzierung dieses herausragenden Musikwettbewerbs um bis zu 50% zu kürzen, widerspricht aus unser Sicht in allerhöchstem Maße dem Kulturauftrag der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten“, sagt Prof. Christian Fischer, Vorsitzender der Rektorenkonferenz der deutschen Musikhochschulen (RKM). „Der ARD-Musikwettbewerb hat für die internationale Klassikszene einen Stellenwert wie die Berlinale für den Film oder das Wimbledon-Turnier für die Tenniswelt“, so Fischer.

Auf ihrer Winterkonferenz Ende Januar in Berlin haben die Hochschulrektor*innen die einschneidenden Kürzungspläne, die bereits 2025 zum Verlust eines Wettbewerbsfachs führen sollen, mit größter Bestürzung diskutiert. Die RKM fordert die ARD auf, hiervon Abstand zu nehmen, die Finanzierung dieses Aushängeschilds der öffentlich-rechtlichen Kulturförderung in Deutschland nachhaltig und auf dem bisherigen Niveau sicherzustellen – und den Wettbewerb auf dieser Basis weiterzuentwickeln.

Für viele hochrenommierte Künstler*innen gilt der Wettbewerb als einer der bedeutendsten Meilensteine ihrer internationalen Konzertkarriere. Preisträger*innen waren u.a. die amerikanische Sopranistin Jessye Norman, der Pianist und Dirigent Christoph Eschenbach, der Oboist Heinz Holliger oder der Sänger Thomas Quasthoff.

Der seit 1952 von den ARD-Rundfunkanstalten aufgebaute ARD-Musikwettbewerb ist als Maßstab für künstlerische Exzellenz im Bereich der klassischen Musik weltweit anerkannt und besitzt einen unschätzbaren ideellen Wert für die gesamte klassische Musikkultur. Trotz in den letzten Jahren äußerst knapper Finanzierung konnte er seinen hohen Stellenwert bisher bewahren. In der RKM sind die 24 staatlichen deutschen Musikhochschulen organisiert, an denen insgesamt ca. 19.000 Studierende eingeschrieben sind.

Pressekontakt:
Geschäftsstelle der Rektorenkonferenz der deutschen Musikhochschulen (RKM)
Mail: info@die-deutschen-musikhochschulen.de
Tel: +49 (0) 173 – 233 4150 (Vorsitzender Prof. Christian Fischer)